Evangelische Jugend Hamburg

Wir ist wo Du bist: [EJH]

Regionale Zusammenarbeit für den Jugendtag am Buß- und Bettag

Weitere Informationen zu den einzelnen Standorten

Zum Thema Unterwegs + Bleiben arbeiten:

Standort: Laudate Kirche, Duvenstedter Markt 4, 22397 Hamburg

Hier arbeiten Kirchengemeinden der Evangelische Jugend Oberalster aus folgenden Stadtteilen zusammen:

Duvenstedt, Lehmsahl, Wohlstedt/Ohlstedt

Start: Ende: 

Ansprechpartnerin: Diakonin Katrin Fischer, , Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Standort: Kirche St. Jürgen, Eichenkamp 10, 22417 Hamburg

Hier arbeiten 3 Kirchengemeinden der Evangelischen Jugend Langenhorn aus folgenden Stadtteilen zusammen:

Langenhorn (Ansgar, Broder Hinrick, St. Jürgen-Zachäus)

Ansprechpartner: Diakon Michael Grüttner, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Chancen des Jugendtages

Der dezentrale Jugendtag am Buß- und Bettag kann genau die richtige Form sein,

  • um noch einmal etwas zu verstehen, von dem was um uns herum passiert.

    Dazu können Informationen zu den Herkunftsländern, zu den Krisen der letzten fünf Jahre, zu den Fluchtwegen und zu politischen Fragen bereit gestellt werden.

  • um konkrete Unterstützungsarbeit von lokalen Bündnissen in und außerhalb von Kirche vorzustellen.

    Fast überall sind Initiativen dabei konkretes zu tun. Von Kleiderkammern bis Hausaufgabenhilfe, von Sprachkursen bis Freizeitangeboten.

  • um nicht nur über, sondern auch mit den Flüchtlingen ins Gespräch (und in die Begegnung) zu

    Das will gut vorbereitet sein, um nicht traumatische Erlebnisse im falschen Kontext hervor zu zerren. Fragen an junge Flüchtlinge müssten gut abgesprochen sein.

    Zu überlegen ist, ob Jugendliche zu dem Jugendtag eingeladen werden können um einfach dabei zu sein.

  • um Ideen zu entwickeln für Willkommensgesten

    Wir wollen z.B. Kissenhüllen verteilen, die an Geflüchtete weiter gereicht werden können.

  • um Ideen zu entwickeln für neue Ansätze von interkultureller Jugendarbeit.

    Können unsere Jugendräume Treffpunkte sein? Was macht einfach Spaß und setzt weder gute Sprachkenntnisse, noch dauerhafte Anwesenheit voraus? Spiele, Aktionen, Ausflüge, Feste, gemeinsames Kochen und Essen, - was können wir zusammen unternehmen?

  • Um voneinander etwas über Religionen zu lernen

    Ist es möglich auch im Konfirmandenunterricht so etwas wie gemeinsames Bibelentdecken oder Informationen über den Islam einzuflechten?

  • um nicht nur die aktuelle Ausnahmesituation der Geflüchteten zu betrachten, sondern auch die Einwanderungsgeschichten von schon länger in der Stadt lebenden Menschen wahrzunehmen.

  • --> Dazu könnten Menschen z.B. aus der Seniorenarbeit ihre Fluchtgeschichte erzählen, Partner_innen aus den Migrationsgemeinden könnten ihre Erfahrungen einbringen usw.

Flucht und Kirche und wir?

Herausforderung

Die vielen Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien, die wir pauschal als „Flüchtlinge“ bezeichnen stellen unsere Gesellschaft vor ganz große und zum Teil neue Herausforderungen. Menschen suchen in unserer Stadt Zuflucht und Schutz – und darüber hinaus eine Perspektive zu Bleiben und das eigene Leben zu gestalten.

Und die Kirche?

Die Kirchengemeinden vor Ort sind aufgerufen, sich diesen Menschen zuzuwenden und die Türen und Herzen aufzumachen. Auf ganz verschiedene Weise geschieht dies an vielen Orten und durch Menschen aller Generationen. Evangelische Christen sind dabei nur ein Teil einer bewegenden Hinwendung zu den Menschen in Not. Manche Kirchengemeinden vor Ort knüpfen an jahrelange Erfahrungen rund um das Thema Kirchenasyl an – andere wiederum haben sich in kurzer Zeit in einem Netzwerk der Hilfe eingefunden und die Gemeindearbeit auf diese Fragen hin ausgerichtet. Wieder andere werden erst nach und nach als Institution aktiv – auch wenn viele Gemeindemitglieder längst unterwegs sind.

Natürlich nützt die große Organisation 'Kirche' mit der Flüchtlingsbeauftragten, den Spezialisten in Rechtsfragen, mit den Erfahrungen in der Organisation ehrenamtlicher Arbeit und den weit verzweigten Strukturen in Norddeutschand und den weltweiten ökumenischen Netzwerken viel.

Immer wieder sind die Leitenden Menschen in Kirche in der politischen Auseinandersetzung um den richtigen Umgang richtungsweisend.

Praktisch

Zurzeit wird ganz oft die Frage gestellt: Was kann ich ganz konkret tun, um die Lage der Flüchtlinge zu verbessern. Kleider- Fahrrad und Spielzeugspenden sind ein guter Anfang, aber es gibt insgesamt weit mehr zu tun.

Staatsrat Pörksen machte bei einer Veranstaltung des Landesjugendrings deutlich, dass 'Zeit' und 'Menschen' die wichtigsten Faktoren für das Ankommen bei uns sind. Was heißt das für junge Menschen, für Jugendliche? Was können wir tun? Was können auch junge Leute aus der Kinder- und Jugendarbeit und dem Konfirmandenunterricht tun?

Unterwegs + Bleiben

So lautet das Motto für den Jugendtag am Buß- und Bettag in diesem Jahr. Der Titel verbindet Gedanken ans 'Aufbrechen und unterwegs sein' am aktuellen Beispiel von Flüchtenden mit dem 'Ankommen und 'Bleiben'. Es geht um das Verlassen und die Suche nach Heimat als einem Ort an dem Leben gelingt.

Mehrere BEDEUTUNGEN

Wir sind unterwegs, wenn wir uns aus eigenem Antrieb aufmachen und zuversichtlich ins Leben gehen oder wenn wir schmerzhaft aus der Heimat vertrieben werden. Auch bleiben kann Unglück und Glück bedeuten. Wenn wir ins Ungewisse gestoßen, nur an ungastliche Orte kommen, oder wenn wir ein neues zu Hause finden, bestehend aus Schutz und neuen Chancen und neuen Freunden und wenn wir da auch bleiben dürfen.

Alte THEMEN

Wir finden, 'Unterwegs + Bleiben' sind immer schon Themen für alle Menschen, ob für die, die da kommen oder für die, die schon da sind. Und wir finden, dass wir als Christen viele gute Gründe haben, gute Gastgeber von Geflüchteten zu sein.

  • Wer weiß, wie viel wir ihnen geben können, schon mit Aufgeschlossenheit und praktischer Nächstenliebe.

  • Wer weiß, wie viele gute neue Freunde wir gewinnen können.

  • Wer weiß, wann wir selber mal Schutzsuchende sind.

  • Wir wissen, wie wertvoll es ist, Gutes zu denken und zu tun, wenn Not herrscht.

PERSPEKTIVEN

Mit dem Blick von Jugendlichen, die in Hamburg aufwachsen: UNTERWEGS

  • In der eigenen Biographie haben nicht wenige von ihnen mehr als eine Lebensstation erlebt.

  • Mobil sein und sein Leben an ganz unterschiedlichen Orten der Stadt zu führen ist 'normal'.

  • In den Schulen wird viel über Reisen oder das 'Auslandsjahr' als wichtige Bildungserfahrungen gesprochen.

  • Das gemeinsame Leben & Lernen in Schulklassen mit Kindern und Jugendlichen ganz unterschiedlicher Herkunft und Muttersprache ist Alltag.

  • Die Möglichkeit Auszuwandern und Einwanderung wird in den Medien vielfach thematisiert.

  • In der globalisierten Welt gilt Flexibilität bzgl. der Arbeitsplatzwahl als Mehrwert.

  • Junge Menschen kommen irgendwann dahin an Aufbruch von zu hause zu denken und haben dabei alle mal die Angst, irgendwie verloren zu gehen.

Mit dem Blick von Jugendlichen, die in Hamburg aufwachsen: BLEIBEN

  • Die Sehnsucht nach Kontinuität, nach Zugehörigkeit und nach Teilhabe (Mitmachen statt Weggehen) drückt sich ganz vielfältig in Jugendkulturen aus.

  • Seit Jahren nennen Jugendliche in Deutschland Werte wie Familie, Heimat und Sicherheit sehr häufig als etwas, was in ihrem Leben wichtige Bedeutung hat, ja ein Lebensziel darstellt.

Mit dem Blick junger Geflüchteter: UNTERWEGS

  • Für sie ist unterwegs sein kein Abenteuer sondern lebensgefährliche Realität.

  • Nothelfer waren schwer von ausbeuterischen Schleppern zu unterscheiden.

  • Staatliche Behörden oder Polizei können schützen oder gefährlich sein, das Weiterkommen ermöglichen oder behindern.

  • Familie und Freunde blieben oft zurück oder wurden unterwegs getrennt.

  • Viele Geflüchtete trauern um Menschen, die die Flucht oder die Fluchtursachen wie Krieg und Elend nicht überlebt haben.

Mit dem Blick junger Geflüchteter: BLEIBEN

  • Einmal aus der 'Heimat' geflohen, fortgeschickt, vertrieben haben sie eine manchmal jahrelange Odyssee hinter sich.

  • Sie kommen in Hamburg an aus einem 'immer weiter' mit der Hoffnung auf einen Ort, der ein Ankommen – zumindest auf Zeit möglich macht.

  • Endlich irgendwo anzukommen und bleiben zu können, mit diesem Wunsch muss sich für sie ganz viel verbinden.

  • Sie haben ganz normale Wünsche. Sie wollen sich einbringen, was tun.

Mit einem christlichen Blick: UNTERWEGS + BLEIBEN

Bibelstellen wie „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.'' (Hebräer 13,14) oder „Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hin lege.“ (Matthäus 8,20) und die zahlreichen theologischen Gedanken über das 'wandernde Gottesvolk' weisen uns darauf hin, dass 'Unterwegs + Bleiben' zudem ein konstitutives Moment christlichen Glaubens und der Nachfolge ist.

Gott als einer der sich eigentlich keinen festen Ort wünscht, wird von den Menschen in ein Zelt und später in einen Tempel verortet. Doch die Botschaft des christlichen Glaubens ist eine, die durch alle Stationen des Lebens Hoffnung auf Neuanfang macht. Sie folgt einem Lebendigen Geist, der weht wo er will und der mit uns unterwegs ist. Ein er, der uns auffordert zu den Menschen- gerade zu denen in Not unterwegs zu sein.

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